Verena Schneider

Verena Schneider, geboren in Tirol, ist freischaffende  Akrobatin, Tänzerin, Choreographin, sowie entwickelt und kuratiert interdisziplinäre Projekte.

Studiert hat Verena Schneider Zeitgenösssichen Zirkus an renommierten Schulen in Italien (FLIC-Scuola di Circo) und Frankreich (‚Le Lido‘ – ESAC Toulouse). Durch zahlreiche intensive Fortbildungen vertiefte sie ihre Handstandpraxis im Bereich Akrobatik und zeitgenössischer Tanz. 

Ihr besonderes Interesse gilt der Handstandpraxis und der interdisziplinären Kombination von zeitgenössischer Zirkuspraxis mit zeitgenössischem Tanz und bildender Kunst.

Der Wunsch selber aktiv zu werden sowie im Bereich interdisziplinärer Performancekunst tätig zu werden und Erfahrungen zu sammeln, hat Verena  den Kulturverein Freifall gegründet.  Mit dem Verein hat Verena vor allem im Jahr 2020 einige Projekte erfolgreich erarbeiten können, u.a. Plateau Partagé  in Innsbruck, sowie Indigo City – Die Stadt danach  in Wien. 

Hauptfokus ist derzeit die Zusammenarbeit  mit Charlotte Le May  und die Stückentwicklung alter – cirque introspectif, eingehend mit der Gründung der gemeinsamen Zirkuskompagnie Cie KMQT.

Verena Schneider, born in Tyrol, is a freelance acrobat, dancer, choreographer and develops and curates interdisciplinary projects, focusing between contemporary circus, dance and performance. Verena   studied contemporary circus at renowned schools in Italy (FLIC-Scuola di Circo) and France (Esacto-Lido). Through numerous intensive training courses, she deepened her handstand practice in the field of acrobatics and contemporary dance.

She is particularly interested in handstand practice and the interdisciplinary combination of contemporary circus practice with contemporary dance and visual arts.The desire to become active herself and to work in the field of interdisciplinary performance art and to gain experience, Verena founded the cultural association Freifall. With the association, Verena was able to successfully develop a number of projects, especially in 2020, including Plateau Partagé  in Innsbruck and Indigo City – Die Stadt Danach  in Vienna. Performances and others with Willy Dorner (Toulouse), Collectif Protocol (Paris) Doris Uhlich (Vienna) and Bert Gstettner (Tanz * Hotel Ensemble; Wilde Welten 2019; Mini * Tauros 2020). Verena also teaches  in different contexts and gives workshops. (among others: Katapult Berlin, Garage29 Brussels, Wisper Gent, Tanz * Hotel)

Studium – Ausbildung

2011 – 2020

2021/22

CNAC – Centre National des Arts de Cirque de Chalon (FR)
Dramaturgie im Zeitgenössischen Zirkus

2020
Sommerakademie Salzburg (AT)
Processing our Days by Bani Abidi / Priya Sen

2020
Wiener Yoga Schule (AT)
Hatha Yoga Certificat

2019/2020
Institut für Kulturkonzepte Wien  (AT)
Kulturmangamgent Ausbildung

2017
Esacto – Lido – École Supérieure des Arts de Cirque (FR)
Einführung in die Professionalität

2015 – 2013
Esacto – Lido – École Supérieure des Arts de Cirque (FR)
Zeitgenössischer Zirkus & Performing Arts

2016
DCJ Brussels (BE)
Zeitgenössischer Tanz

2011 -2013
FLIC – Scola di Circo (IT)
Zeitgenössischer Zirkus & Performing Arts

2009 -2011
Universität Innsbruck (AT)
Biologie (Schwerpunkt: Zoologie und Botanik)

  • CircCollaborative Tools – Prag -2018 – FR Erasmus+
  • BKA – Bundeskanzleramt (piece of pea, La Discussion) 2018
  • Cite en Movement -Stockholm – 2020  – FR Erasmus+
  • Sommerakademie Salzburg – Stiependium Bildende Kunst- 2020 – AT (Stipendium)
  • ‚Creatives for Vienna‘ – Indigo City – 2020 – AT (Preis)
  • Arbeitsstipendium Land Tirol – Bildende Kunst – 2020
  • Arbeitsstipendium Land Tirol – Darstellende Kunst – 2021

Persönliches

Geerdete Kosmopolitin vom Land mit Faible für andere Perspektiven

In meiner Brust wohnen (mindestens) zwei Seelen.  Geboren in Tirol, komme ich immer wieder gerne nach Hause zurück.

Doch so sehr ich meine Heimat und meine Wurzeln liebe, so sehr zog es mich auch in die Ferne: Ich wollte die Welt kennenlernen, andere Menschen und Kulturen – das, was Menschen bewegt, andere Sprachen und Perspektiven auf das Leben entdecken. 

All‘ das findet auch heute Niederschlag in meiner Arbeit: Der Gegensatz Wurzeln und Fremde, das Suchen nach Sprache und Identität, Gleichgewicht finden, Extreme und Grenzen ausloten, Funktionen von Körper und Geist erforschen und ihnen eine künstlerische Form geben.

Wie ich das wurde, was ich bin – ein augenöffnender Unfall

2011 begann ich meine Ausbildung mit dem Studium der Zirkus- und Performancekünste an der renommierten FLIC Scuola di Circo in Turin. Durch einen Unfall – ich verletze mich am Fußgelenk – stand ich plötzlich vor der Entscheidung: Ein halbes Jahr Trainingspause oder das Training auf den Händen weitermachen. So entdeckte ich durch einen Zufall/Unfall meine Begabung und Leidenschaft für die Handstandpraxis, die ich dann im weiteren Studium intensiv ausbaute. 

2013 ging ich  nach Frankreich, und studierte dort an der EsacTo (Ecole supérieure des arts du cirque), besser bekannt als ‚Le Lido‘ in Toulouse Handstand, Akrobatik und sowie auch komplementär zeitgenössischen Tanz. Mit einem weiteren Jahr in Brüssel  intensivierte ich meine Tanzausbildung. 

Warum eigentlich Handstand? 

Das französische Wort für „Handstand“ ist „Equilibre“ und bedeutet „Gleichgewicht“. Die Handstandpraxis gibt dem Kopf Disziplin, Kontrolle und meditative Kraft. Für den Körper ist der Handstand gleichzeitig herausfordernd und erdend. Mich fasziniert am Handstand die Linienführung, das Wechselspiel von Körper und Geist. Man lernt zu fokussieren, denn ohne Gleichgewicht gelingt kein Handstand. Als Akro-Tänzerin und Handstandkünstlerin (fr. Equilibriste) ist man unabhängig mit seiner Kunst – auf keine Partner angewiesen. 

Die Handstandpraxis hat mich durch die unterschiedlichsten Lebenslagen begleitet und mir die Kraft gegeben, durch hartes Training immer wieder meine Grenzen weiter auszuloten. 

Zu den Workshops

Warum zeitgenössischer Zirkus? Grenzenlose Ausdrucksfreiheit…

Bei „Zirkus“ denken noch sehr viele Menschen in Österreich an Clowns in der Manege oder Artisten am Drahtseil.

Zeitgenössischer Zirkus, wie ich ihn in Italien und Frankreich kennengelernt habe, ist anders und hat mit dem klassischen Zirkus nur noch die Techniken (Akrobatik, Jonglage, Handstand etc..) gemein. Und das hat mich sofort fasziniert: Der zeitgenössische Zirkus ist eine vielschichtige Kunstform, denn er ist wie auch der moderne Tanz genreübergreifend. Die ChoreographInnen entwickeln die Zirkustechniken weiter, kombinieren sie mit Theater, Tanz, Musik, bildender Kunst und neuen Medien und geben damit auch persönliche oder politische Statements ab.

Vor- und Nachteil zugleich des zeitgenössischen Zirkus‘ ist seine Herkunft: Er kommt aus dem „Untergrund“, vom fahrenden Volk, das kritisch beäugt wird und dessen Kunst (leider) nicht zur Hochkultur gezählt wird. Doch weil der zeitgenössische Zirkus noch nicht institutionalisiert ist, kann er Gewohntes untergraben und neue Perspektiven aufzeigen. 

In meinen Anfängen im zeitgenössischen Zirkus war auch ein rebellischer Grundgedanke: Etwas tun, was andere nicht tun und sogar vielleicht als „Nicht-Kunst“ ablehnen. Schnell habe ich das intensive Körpertraining und die daraus resultierende Körperbeherrschung und die fast grenzenlose Ausdrucksfreiheit lieben gelernt.

Da der zeitgenössische Zirkus noch nicht so stark institutionalisiert ist wie andere Kunstrichtungen,
bietet er mir als Künstlerin die Möglichkeit, meine Kunst selbst zu definieren.

So arbeite ich: 

Als Choreographin kombiniere ich in meinen Arbeiten Akrotanz, Handstand, zeitgenössischen Tanz sowie performative Ansätze. Abhängig von Ziel und Inhalt des Projekts bekommen die einzelnen Teile unterschiedliche Gewichtung. 

Ich arbeite konzeptionell und beschäftige mich mit aktuellen Gesellschaftsthemen, bringe aber auch ganz persönliche Themen in meine Arbeiten hinein. Mich interessieren menschliche Beziehungen, sowie die Beziehung Mensch-Raum oder Mensch-Umwelt. Ich glaube an die Kraft der Veränderung – auch durch die Kunst: 

Ich wünsche mir, dass Menschen aufmerksamer und bewusster mit sich, den anderen und ihrer Umwelt umgehen. Diese Werte sind mir auch in der Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern wichtig, denn nur in gegenseitiger Wertschätzung kann gut und kreativ gearbeitet werden. 

Als Performerin / Tänzerin habe ich mit folgenden KünstlerInnen bereits zusammengearbeitet: Bert Gstettner, Lola Atger, Franzi Kreis, Florinda Fürst, Charlotte Le May, Alexander Iwanov, Bernadette Leitner, Doris Uhlich.

Als Trainerin/Lehrerin arbeite ich mit Profis und Amateuren aller Altersklassen. Ich biete Kurse in Handstand (DeConstructed Handstand), Akrotanz, Partnering und Körperstrukturen (Kombination aus verschiedenen Körpertrainigsformen) an.

Zu den Worshops

Freifall (Verein zur Förderung interdisziplinärer Performancekunst) Spartenübergreifendes Engagement/ Sprachrohr für den zeitgenössischen Zirkus 

Im Jahr 2019 habe ich in Wien den Verein Freifall gegründet. 

Meine Intention: KünstlerInnen aus verschiedenen Disziplinen arbeiten gemeinsam an genre- und spartenübergreifenden Projekten im Bereich zeitgenössischer Zirkus, Tanz, Performance, Musik und bildende Kunst. 

Ziel von Freifall e.V. ist nicht nur die Produktion von Stücken oder die Organisation von Veranstaltungen sondern auch der Aufbau eines Netzwerks und die Förderung von Kollaborationen zwischen Österreich und Frankreich im Bereich des zeitgenössischen Zirkus‘. 

Plateau Partagé#1 & #2

Indigo City – Die Stadt Danach

Im Gegenüber: Über die Liebe zur Unbeständigkeit 

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