Verena Schneider

Freischaffende Performancekünstlerin, Akrobatin, Choreographin

Verena Schneider, geboren in Tirol, ist freischaffende Performancekünstlerin, Akrobatin, Choreographin und unterrichtet zeitgenössischen Zirkus und Tanz und Yoga.

Studiert hat Verena Schneider Zeitgenösssichen Zirkus an renommierten Schulen in Italien (FLIC-Scuola di Circo) und Frankreich (‚Le Lido‘ – ESAC Toulouse). Durch zahlreiche intensive Fortbildungen (u.a. Workshops mit David Zambrano, Tomislav Englisch und Rob Haeyden) vertiefte sie ihre Handstandpraxis im Bereich Akrobatik und zeitgenössischer Tanz. 

Mit ihren Projekten bewegt sich die  Künstlerin zwischen Frankreich und Wien/Österreich. Sie arbeitete zusammen in Performances mit Willy Dorner (Toulouse), dem Collectif Protocol (Paris), Femmes Crobatie und in Österreich mit dem Tanz*Hotel Ensemble & Bert Gstettner und Doris Uhlich für die Produktion Habitat – HALLE E(Wien). 

Verena Schneiders besonderes Interesse gilt der Handstandpraxis und der interdisziplinären Kombination von zeitgenössischer Zirkuspraxis mit zeitgenössischem Tanz.  Jedoch darüber hinaus auch Mediale und Angewandte/Bildende Kunst.

Zu diesem Zweck gründete sie 2019 den in Wien/Innsbruck ansässigen Kulturverein Freifall: Ziel des Vereins ist die Förderung interdisziplinärer Projekte, vor allem mit den Schwerpunkten zeitgenössischer Zirkus, zeitgenössischer Tanz, Performance und bildende Kunst.

Verena is currently based in Vienna, but works between Austria & France. She brings to live her artistic work with lots of different initiatives. Since her studies of circus and performance arts in Italy (FLIC-Scola di Circo) and France (ESAC – Toulouse), Verena has deepened her handstand practice in the field of acrobatics and contemporary dance. Performances and others with Willy Dorner (Toulouse), Collectif Protocol (Paris) Doris Uhlich (Vienna) and Bert Gstettner (Tanz * Hotel Ensemble; Wilde Welten 2019; Mini * Tauros 2020). In her own works…..

including La Discussion 2019, erbsenstück 2018). Verena is the founder of the Freifalls association with which she cake for 8 & Plateau Partagé # 1 Encounter / Encounter, Plateau Partag´ # 2 (December 2020), co-organized and co-curated Indigo City. Verena also teaches  in different contexts and gives workshops. (among others. Katapult Berlin, Garage29 Brussels, Wisper Gent, Tanz * Hotel, Indigo City …)

Studium – Ausbildung

2011 – 2020

2020
Stipendium bei der Sommerakademie Salzburg
(Processing our Days by Bani Abidi / Priya Sen

2019/2020
Kulturmangamgent Ausbildung
(Institut für Kulturkonzepte Wien)

2017
ESAC – Toulouse
(7 monatiges Kreationsstipedium bzw.
Einführung in die Professionalität – Personal Creation Project)
Performing Arts

2015 – 2013
ESAC – Toulouse
(Centre National des Arts de Cirque – Toulouse / FR)
Zeitgenössischer Zirkus & Performing Arts

2016
DCJ Brussels (Danse Centrum Jette)
Zeitgenössischer Tanz

2011 -2013
FLIC – Scola di Circo (Torino – Italien) /
Zeitgenössischer Zirkus & Performing Arts

  • CircCollaborative Tools – Prag -2018 – FR Erasmus+
  • BKA – Bundeskanzleramt (piece of pea, La Discussion) 2018
  • Cite en Movement -Stockholm – 2020  – FR Erasmus+
  • Sommerakademie Salzburg – Stiependium Bildende Kunst- 2020 – AT (Stipendium)
  • ‚Creatives for Vienna‘ – Indigo City – 2020 – AT (Preis)

Persönliches

Geerdete Kosmopolitin vom Land mit Faible für andere Perspektiven

In meiner Brust wohnen (mindestens) zwei Seelen, wie man so schön sagt: 1988 wurde ich im Tiroler Unterland (Wörgl) geboren – ja, Kühe hüten und melken kann ich tatsächlich auch – und habe als klassisches „Naturkind“ früh meine Leidenschaft für alle möglichen Sportarten entdeckt: Turnen, Schifahren, Tennis, Ballett. Einen Hang zum Extremen hatte ich auch schon immer: Ich war fasziniert, wie man „Umfallen“ inszenieren konnte, zu lernen, das harte Aufschlagen zu kontrollieren… 

Doch so sehr ich meine Heimat und meine Wurzeln liebe, so sehr zog es mich auch in die Ferne: Ich wollte die Welt kennenlernen, andere Menschen und Kulturen – das, was Menschen bewegt, andere Sprachen und Perspektiven auf das Leben entdecken. 

All‘ das findet auch heute Niederschlag in meiner Arbeit: Der Gegensatz Wurzeln und Fremde, das Suchen nach Sprache und Identität, Gleichgewicht finden, Extreme und Grenzen ausloten, Funktionen von Körper und Geist erforschen und ihnen eine künstlerische Form geben.

Und so begann meine Reise in die Welt.

Vom südamerikanischen Urwald zum zeitgenössischen Zirkus

Für ein Wiederaufforstungsprojekt ging ich 2009 nach Ecuador. Dort war ich fasziniert vom Land, den Leuten, ihrer Sprache und Kultur. Ein Jahr lang reiste ich durch Südamerika und Zentralamerika und sog das Leben in mich auf. In Buenos Aires hatte ich dann mein Erweckungserlebnis: Ich besuchte Kurse im Bereich Zirkus, Tanz und Körpertheater und wusste plötzlich: zeitgenössischer Zirkus – DAS IST ES.

Und wenn ich mir etwas vornehme, dann bin ich davon nicht mehr abzuhalten – typisch Tiroler Sturschädl.

Wie ich das wurde, was ich bin – ein augenöffnender Unfall

2011 begann ich meine Ausbildung mit dem Studium der Zirkus- und Performancekünste an der renommierten FLIC Scuola di Circo in Turin. Durch einen Unfall – ich verletze mich am Fußgelenk – stand ich plötzlich vor der Entscheidung: Ein halbes Jahr Trainingspause oder das Training auf den Händen weitermachen. So entdeckte ich durch einen Zufall/Unfall meine Begabung und Leidenschaft für die Handstandpraxis, die ich dann im weiteren Studium intensiv ausbaute. 

2013 ging ich ins Mutterland des zeitgenössischen Zirkus‘, nach Frankreich, und studierte dort an der ESAC (Ecole supérieure des arts du cirque), besser bekannt als ‚Le Lido‘ in Toulouse Handstand, Akrobatik und sowie auch komplementär zeitgenössischen Tanz. Mit einem weiteren Jahr in Brüssel  intensivierte ich meine Tanzausbildung. 

Warum eigentlich Handstand? 

Das französische Wort für „Handstand“ ist „Equilibre“ und bedeutet „Gleichgewicht“. Die Handstandpraxis gibt dem Kopf Disziplin, Kontrolle und meditative Kraft. Für den Körper ist der Handstand gleichzeitig herausfordernd und erdend. Mich fasziniert am Handstand die Linienführung, das Wechselspiel von Körper und Geist. Man lernt zu fokussieren, denn ohne Gleichgewicht gelingt kein Handstand. Als Akro-Tänzerin und Handstandkünstlerin (fr. Equilibriste) ist man unabhängig mit seiner Kunst – auf keine Partner angewiesen. 

Die Handstandpraxis hat mich durch die unterschiedlichsten Lebenslagen begleitet und mir die Kraft gegeben, durch hartes Training immer wieder meine Grenzen weiter auszuloten. 

Dieses „Geschenk“ gebe ich nicht nur in meinen Choreographien weiter, sondern auch in zahlreichen Kursen für Professionelle und Amateure.

Zu den Workshops

Warum zeitgenössischer Zirkus? Grenzenlose Ausdrucksfreiheit…

Bei „Zirkus“ denken noch sehr viele Menschen in Österreich an Clowns in der Manege oder Artisten am Drahtseil.

Zeitgenössischer Zirkus, wie ich ihn in Italien und Frankreich kennengelernt habe, ist anders und hat mit dem klassischen Zirkus nur noch die Techniken (Akrobatik, Jonglage, Handstand etc..) gemein. Und das hat mich sofort fasziniert: Der zeitgenössische Zirkus ist eine vielschichtige Kunstform, denn er ist wie auch der moderne Tanz genreübergreifend. Die ChoreographInnen entwickeln die Zirkustechniken weiter, kombinieren sie mit Theat, Tanz, Musik, bildender Kunst und neuen Medien und geben damit auch persönliche oder politische Statements ab.

Vor- und Nachteil zugleich des zeitgenössischen Zirkus‘ ist seine Herkunft: Er kommt aus dem „Untergrund“, vom fahrenden Volk, das kritisch beäugt wird und dessen Kunst (leider) nicht zur Hochkultur gezählt wird. Doch weil der zeitgenössische Zirkus noch nicht institutionalisiert ist, kann er Gewohntes untergraben und neue Perspektiven aufzeigen. 

In meinen Anfängen im zeitgenössischen Zirkus war auch ein rebellischer Grundgedanke: Etwas tun, was andere nicht tun und sogar vielleicht als „Nicht-Kunst“ ablehnen. Schnell habe ich das intensive Körpertraining und die daraus resultierende Körperbeherrschung und die fast grenzenlose Ausdrucksfreiheit lieben gelernt.

Da der zeitgenössische Zirkus noch nicht so stark institutionalisiert ist wie andere Kunstrichtungen,
bietet er mir als Künstlerin die Möglichkeit, meine Kunst selbst zu definieren.

So arbeite ich: 

Als Choreographin kombiniere ich in meinen Arbeiten/Projekten Akrotanz, Handstand, zeitgenössischen Tanz sowie performative Ansätze (wie z.B. Expressive Arts). Abhängig von Ziel und Inhalt des Projekts bekommen die einzelnen Teile unterschiedliche Gewichtung. 

Das Genreübergreifende ist mir wichtig und die Frage nach dem, was die verschiedenen Genres verbindet oder unterscheidet. Daraus entstehen spannende Effekte. 

Ich arbeite konzeptionell und beschäftige mich mit aktuellen Gesellschaftsthemen, bringe aber auch ganz persönliche Themen in meine Stücke hinein. Mich interessieren menschliche Beziehungen, sowie die Beziehung Mensch-Raum oder Mensch-Umwelt. Ich glaube an die Kraft der Veränderung – auch durch die Kunst: 

Möchte Missstände künstlerisch aufzeigen und bearbeiten, und wünsche mir, dass Menschen aufmerksamer und bewusster mit sich, den anderen und ihrer Umwelt umgehen. Diese Werte sind mir auch in der Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern wichtig, denn nur in gegenseitiger Wertschätzung kann gut und kreativ gearbeitet werden. 

In meinem Leben und in meiner Kunst inspiriert haben mich diese KünstlerInnen: Meg Stuart, Jerome Bel, Christophe Schlingensief, Ferus Animi & Fighting Monkey, Le GdrA, Yoko Ono, The Beatles, John Cage uvm 

Als Performerin / Tänzerin habe ich mit folgenden KünstlerInnen bereits zusammengearbeitet: Bert Gstettner, Lola Atger, Franzi Kreis, Florinda Fürst, Charlotte Le May, Alexander Iwanov, Bernadette Leitner, Doris Uhlich.

Als Trainerin/Lehrerin arbeite ich mit Profis und Amateuren aller Altersklassen. Ich biete Kurse in Handstand (DeConstructed Handstand), Akrotanz, Partnering und Körperstrukturen (Kombination aus verschiedenen Körpertrainigsformen) an.

Zu den Worshops

Freifall (Verein zur Förderung interdisziplinärer Performancekunst) Spartenübergreifendes Engagement/ Sprachrohr für den zeitgenössischen Zirkus 

Im Jahr 2019 habe ich in Wien den Verein Freifall gegründet. 

Meine Intention: KünstlerInnen aus verschiedenen Disziplinen arbeiten gemeinsam an genre- und spartenübergreifenden Projekten im Bereich zeitgenössischer Zirkus, Tanz, Performance, Musik und bildende Kunst. 

Ziel von Freifall e.V. ist nicht nur die Produktion von Stücken oder die Organisation von Veranstaltungen sondern auch der Aufbau eines Netzwerks und die Förderung von Kollaborationen zwischen Österreich und Frankreich im Bereich des zeitgenössischen Zirkus‘. 

Im Gegenüber: Über die Liebe zur Unbeständigkeit 

Plateau Partagé#1 (Begegnung I Vergegnung)

Plateau Partagé#2 (Lost & Found)

Kuchen für 8 

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